Öl regiert die Welt!

Im September hat sich der Markt beruhigt. Die Aktien und Anleihenrenditen erholten sich und die Volatilität gab nach.

Erwin Lasshofer glaubt, dass die Nachricht einer beginnenden Rezession nun bei den Investoren angekommen ist. Deutschland steckt nach Ansicht vieler Ökonomen bereits in einer Rezession, für Frankreich und Großbritannien ist die Wahrscheinlichkeit einem Viertel bzw. bei einem Drittel. Weitere führende Volkswirtschaften der Welt wie China oder USA erwarten niedrigere Wachstumsraten. Folglich haben die Notenbanken dem Patient Konjunktur ihre übliche Medizin verabreicht. Die US-Notenbank hat ihre zweite Zinssenkung in diesem Jahr um 25 Basispunkte durchgeführt. Die Notenbank von China senkte sowohl die Anforderungen an Mindestreserven als auch die Leitzinsen um bis zu 100 Basispunkte. Die Europäische Zentralbank hat keinen großen Spielraum nach unten. Deshalb senkte sie um 10 Basispunkte und startet eine Neuauflage der Anleihenkäufe.

Der Preis für ein Fass Rohöl ist per Saldo überraschenderweise leicht rückläufig. Diese Monatsbilanz war nach den Schockwellen in Saudi Arabien nicht zu erwarten. Schließlich waren von den Anschlägen auf die Saudische Ölraffinerien ca. 5% der Weltproduktion betroffen und der Ölpreis schoss zwischenzeitlich um bis zu 20% nach oben. Auf Monatssicht blieben von dem Zwischenfall zwar keine Folgen für den Weltmarkt. Allerdings konnte man eindrucksvoll sehen, wie fragil dieses Gleichgewicht ist. Erwin Lasshofer und das INNOVATIS Team halten den Nahe Osten weiterhin für ein Pulverfass. Allein die jüngsten Entwicklungen in Syrien könnten zu einer neuen Eskalationsstufe führen und die Region weiter destabilisieren.

Ein Blick auf die Liste der größten Ölimporteure (in Relation zur eigenen Wirtschaftskraft) zeigt, dass die größten Verlierer eines Ölpreisschocks die Volkswirtschaften von Südkorea, Indien und Südafrika wären. Interessanterweise folgt auf Rang 4 die Türkei, welche entgegen internationalen Protests gerade einen militärischen Alleingang in Syrien gestartet hat. Innerhalb der EU weist Spanien die größte Abhängigkeit von Rohöl auf, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Italien. Auf der anderen Seite werden zu den größten Gewinnern von hohen Ölpreisen (Nettoexporteure) die Volkswirtschaften von Saudi Arabien, Russland und Kanada gezählt. Diese Liste erlaubt nach Ansicht von Erwin Lasshofer keine Erklärung für den Konflikt im Nahen Osten. Ein Blick darauf kann aber im Umgang mit den Konfliktparteien sicherlich nicht schaden.

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